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QR-Code – Interview mit Sabine Moser
Marketing hat ein neues Werkzeug – den QR-Code. Spielend leicht verbindet er die reale mit der digitalen Welt. In Zeiten von Social Media, Onlinekommunikation und Smartphones gibt es die Möglichkeit, eine schnelle und einfache Verbindung zum Internet zu schaffen und das aus der Offline-Welt heraus – hier kommt das Marketingtool QR-Code zum Zuge!
Wirtschaft in Mainfranken: Frau Moser, was verbirgt sich denn hinter dem Begriff QR-Code und wo kommt er her?
Sabine Moser: QR bedeutet Quick Response. Und genau das passiert, wenn man einen solchen QR-Code mit einem internetfähigem Handy und der passenden App abfotografiert. Man bekommt eine schnelle Antwort – und zwar die, welche Informationen sich hinter dem Barcode verstecken. Spezielle Apps verwandeln die quadratische Matrix aus schwarzen und weißen Punkten und die darin verschlüsselten Informationen entweder in klickbare Links, Telefonnummern, Infotexte und vieles mehr um. Die Möglichkeiten, welche Informationen sich hinter einem QR-Code befinden sind nahezu unbegrenzt.
Entwickelt wurde der QR-Code schon 1994 von Denso, einem Toyota-Zulieferer, um die Logistik zu verbessern. So wurde er zuerst in der Automobilbranche eingesetzt und dann auch als Kommunikationsmittel entdeckt. Besonders in Japan ist der QR-Code sehr verbreitet und wird nahezu überall eingesetzt. So sind selbst Hauswände und LKWs mit großformatigen QR-Codes versehen. Der Vorteil des QR-Codes ist, dass selbst eine Zerstörung von 30% eine Decodierung noch zulässt. Außerdem lassen sich die Codes mit einem Schriftzug, Logo oder Bild sowie Farbveränderungen graphisch gestalten.
Wirtschaft in Mainfranken: Wo kann man einen solchen Code denn einsetzen?
Sabine Moser: Hier sind der Fantasie wirklich keine Grenzen gesetzt. Klassische Werbeanzeigen können durch den QR-Code wunderbar erweitert werden. Die Leser einer klassischen Printanzeige müssen keine Internetadressen mehr abtippen oder sich merken. Sie sind mit nur einem Scan des Codes direkt auf der Unternehmens-Website oder bei anderen Informationen, die für die Kommunikation wichtig sind. Plakatwände, Aufkleber, Flyer, T-Shirts, Visitenkarten, Produktverpackungen, Messeaktionen – alles kann mit dem QR-Code versehen werden und sorgt dann für Aufmerksamkeit.
Wirtschaft in Mainfranken: Welche Botschaften können sich konkret hinter dem Code befinden?
Sabine Moser: Meist wird man direkt auf die Website des Unternehmens geleitet, wo man weitere Informationen erhält. Jedoch sind auch hier die Möglichkeiten unbegrenzt. Es können Informationen hinter dem Code stecken, wie beispielsweise eine Bedienungsanleitung. Aber auch Facebook- oder andere Social-Media Seiten sowie Gewinnspiele können verlinkt sein. Vorstellbar ist, dass der Code neben einer Werbefunktion auch eine Wissensvermittlung beinhaltet. So können hinter dem QR-Code auch Wegbeschreibungen, Erklärungen und Anleitungen stecken. Man weiß es eben erst, wenn man es ausprobiert hat. Das spielerische Element, die dynamische Komponente und die Verknüpfung zur digitalen Welt, machen den QR-Code so attraktiv für Werber und Beworbene.
Wirtschaft in Mainfranken: Haben Sie den QR-Code schon für Kunden eingesetzt?
Sabine Moser: Ja, wir haben eine offensive, werbewirksame Marketing-Aktion für einen regionalen Modekunden mit dem QR-Code durchgeführt. Im ersten Schritt haben wir den QR-Code auf Anzeigen und Plakaten des Unternehmens präsentiert. Interessierte, die den QR-Code abfotografierten, gelangten auf die Facebook-Seite des Kunden. Nachdem dann der „Gefällt mir“-Button gedrückt wurde, waren sie als Fans registriert und konnten sich ein T-Shirt direkt im Outlet abholen. Auf diesen T-Shirts war ebenfalls der QR-Code zu finden. So können alle Besitzer eines T-Shirts als Multiplikatoren angesehen werden, denn beim Tragen des T-Shirts fällt der QR-Code direkt ins Auge und animiert so andere auch hinter die verschlüsselte Botschaft gelangen zu wollen.
Wirtschaft in Mainfranken: Ist der Einsatz des QR-Codes auch für andere Kunden gedacht?
Sabine Moser: Natürlich! Durch den flexiblen Einsatzes des QR-Codes ist es für viele unserer Kunden eine interessante Möglichkeit zu werben. Bereits jetzt sind Produktverpackungen und Anzeigen unseres Kunden b2c electronic aus Bad Neustadt mit QR-Codes versehen. Alle Verpackungen und Kataloge tragen QR-Codes und verlinken so schnell auf weitere Informationen zum Produkt. Auch eine große Aktion zum 30. Jubiläum im nächsten Jahr von Frankana in Marktbreit wird mit QR-Codes versehen werden. Dahinter verstecken sich tolle Informationen und noch viel mehr für Kunden. Außerdem ist demnächst für einen weiteren Kunden geplant, den QR-Code auf verschiedene Einbauten in Absetzkabinen für Pick-up Fahrzeuge zu bringen, um dort eine schnelle Möglichkeit zu haben, eine Bedienungsanleitung abzurufen. Sicher werden wir noch viele Einsatzmöglichkeiten für dieses Kommunikations-Werkzeug finden.
Wirtschaft in Mainfranken: Eine letzte Frage: Wie reagieren Kunden auf die Idee, QR-Codes für Werbezwecke einzusetzen und wie ist die Resonanz auf einen solchen Einsatz? Lohnt sich ein solcher Einsatz überhaupt?
Sabine Moser: Anfänglich ist natürlich eine gewisse Scheu vorhanden, aber nach der Erklärung, was diese Kommunikationsmaßnahme bringen kann, stoßen wir immer wieder auf volle Akzeptanz und Zustimmung. Zur Resonanz lässt sich sagen, dass wir ein wirklich gutes Feedback bekommen. Mit sogenannten Landingpages kann man dann sogar genau erkennen, wie viele Kunden über welches Werbemittel (Anzeige, Plakat, Broschüre etc.) den QR-Code nutzen.
Der Einsatz eines solchen Marketingtools lohnt sich gerade in heutigen Zeiten. Die Verbreitung von iPhones und Smartphones erlebt einen enormen Boom. Und damit erhöht sich die Zahl der Menschen, die einen QR-Code entschlüsseln können, stetig. Der Einsatz der Codes erreicht also viele Menschen, die neugierig sind und den Sprung in die digitale Welt mit einem Klick schaffen wollen.
Vielen Dank für das informative Gespräch!
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